Sicher löschen

Festplatten und SSDs sicher löschen

Wer eine Fest­platte wegwirft oder gebraucht verkauft, sollte vorher die Daten löschen. Das sichere Löschen von Fest­platte und SSD ist nicht so einfach. Wir zeigen, wie es geht.
Von Ralf Trautmann / Julian Ruecker /

Wer seine alte Fest­platte ausmus­tert, kann diese dann verkaufen oder zum Beispiel an Freunde verschenken. Problem dabei: Die Daten auf der Fest­platte sollten rück­standslos gelöscht werden. Ein einfa­ches Forma­tieren zum Beispiel über die Windows-Bord­mittel reicht aber nicht aus, da die Dateien zwar im Explorer nicht mehr sichtbar sind, sich aber mittels spezi­eller Soft­ware wieder­herstellen lassen.

Festplatten und SSDs sicher löschen Festplatten und SSDs sicher löschen
Bild: (c) fotolia.com / Evgeny-Rodionov, fotolia.com Vitalina Rybakova, Montage: vyus.de
Abhilfe schafft bei Fest­platten eine Lösung, die die Platte einmal komplett über­schreibt - dank kosten­loser Spezial-Programme ist das kein großes Problem.

Eine mögliche Vari­ante ist DBAN, das über die Entwickler-Seite herun­terge­laden werden kann und dann auf einer CD/DVD oder einem Stick instal­liert wird. Das Programm ist selbst­star­tend - und der Nutzer sollte sich von den zunächst kryp­tischen Ausgaben nicht verwirren lassen.

Fest­platte sicher löschen
DBAN bietet verschie­dene Löschme­thoden, die im Extrem­fall zum Beispiel das 35-fache Über­schreiben ermög­lichen - und das auf Wunsch auch noch über mehrere Runden. Entgegen mancher Einschät­zung reicht aller­dings einma­liges Über­schreiben völlig aus - und auch spezi­elle Muster sind nicht erfor­derlich, sodass mit Nullen über­schrieben werden kann. Festplatten und SSDs sicher löschen Festplatten und SSDs sicher löschen
Fotos: Evgeny Rodionov - fotolia.com/vyus.de, Grafik/Montage: vyus.de

SSDs sicher löschen

SSDs dagegen funk­tionieren tech­nisch ganz anders, sodass beim Über­schreiben der Daten Reste zurück­bleiben können. Hinter­grund ist, dass die Daten auf der SSD nicht wirk­lich dort liegen, wo das Betriebs­system sie vermutet. Der Controller lagert die Daten an einer bestimmten Stelle und vermit­telt dann zwischen der virtu­ellen Adresse und der echten (Wear Leve­ling). Dies soll die Lebens­zeit der SSD erhöhen.

Auch die Idee, die SSD komplett zu füllen und damit alle Zellen zu belegen, funk­tioniert nicht: Die Platte hält Reserve-Kapa­zität zurück, um im Zweifel kaputte Sektoren auswech­seln zu können - der echte Spei­cher ist also größer als der, den der Nutzer verwenden kann.

Doch auch SSDs lassen sich komplett löschen, und zwar über den so genannten Secure Erase. Viele Hersteller liefern eine passende Soft­ware mit der SSD oder bieten diese zum Down­load im Internet. Alter­nativen sind Programme wie Parted Magic, die Hersteller-über­grei­fend funk­tionieren.

Wie der Secure Erase in der Praxis imple­mentiert wird, ist Sache der Hersteller. So können zum Beispiel wirk­lich alle Zellen zurück­gesetzt werden. Bei moder­neren SSDs, die von Haus aus die Daten verschlüs­seln, muss dagegen nur der Schlüssel verworfen werden. Ohne diesen sind alle Daten auf der SSD wertlos.

Verschlüs­seln

Apropos Verwerfen des Schlüs­sels: Die Verschlüs­selungs-Lösung funk­tioniert natür­lich auch für normale Fest­platten oder SSDs, die keine eigene Verschlüs­selung mitbringen - hier muss dann auf Soft­ware gesetzt werden.

Für Windows gibt es hier zum Beispiel das Micro­soft-haus­eigene Bitlo­cker zumin­dest in den Pro-Versionen von Windows 8 bzw. Windows 10 oder zum Beispiel True­crypt, wobei hier die Version 7.1a genutzt werden sollte. Die Entwick­lung der Soft­ware wurde einge­stellt, die Version 7.2 erfüllt ihre Funk­tion nicht mehr. Die Version 7.1a findet sich via Google-Suche bei zahl­reichen Down­load-Portalen. Wer eine Platte verschlüs­selt hat, kann dann einfach die Windows-Forma­tierung verwenden - auf das komplette Über­schreiben kann verzichtet werden.

Als Nach­folger von True­crypt hat sich VeraCrypt als Alter­native etabliert. Von der Bedie­nung und der Benut­zer­ober­fläche her gibt es kaum Unter­schiede. True­crypt-Nutzer sollten also auf Anhieb mit VeraCrypt zurecht­kommen. Aller­dings sind die beiden Programme nicht kompa­tibel. Es können also keine True­crypt-Volumen oder -Container mit VeraCrypt (oder anders herum) gemounted werden. Falls der Benutzer also umsteigen will, kommt er an einer voll­stän­digen neuen Verschlüs­selung nicht vorbei.

Wir zeigen Ihnen in unserem Ratgeber zur Verschlüs­selung, wie Sie die Verschlüs­selung einrichten!

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