Ratgeber

Was bedeuten die Preisklassen bei Smartphones?

Smart­phones gibt es unzäh­lige - von günstig bis sehr teuer. Doch wo liegen die Unter­schiede zwischen Einsteiger-Smart­phones und Premium-Modellen? Wir bringen Licht ins Dunkel.

Der Smart­phone-Markt ist über­sät­tigt. Das lässt sich nicht anders sagen. Wer vor dem Kauf eines neuen Smart­phones steht und sich nicht mit Details beschäf­tigt, ist mögli­cher­weise hoff­nungslos verloren.

Man könnte sich nun rein am Preis orien­tieren - was auch sinn­voll ist, das Budget entscheiden zu lassen - aller­dings wird man auch dann noch nicht wissen, worin nun die ganzen Unter­schiede zwischen den einzeln Modellen liegen. Warum kostet das eine 20 Euro mehr, das andere 50 Euro weniger, und warum gibt es Smart­phones, die 1900 Euro kosten? Was machen die anders als das solide ausse­hende Modell für 170 Euro?

Wir haben Smart­phones in verschie­dene Kate­gorien einge­teilt. Dabei orien­tieren wir uns an bestimmten Preis­klassen, die wir selbst defi­niert haben. Das mag jeder anders sehen, weshalb klar sein muss, dass diese nicht in Stein gemei­ßelt sind. Sie sollen eine Orien­tie­rung dafür geben, was man von einem Smart­phone einer bestimmten Preis­klasse erwarten darf.

Einsteiger-Smart­phones

V.l.n.r.: Einsteiger (Oppo A16), Mittelklasse (OnePlus Nord 2 5G), Oberklasse (iPhone 12) und Foldable (Galaxy Z Fold 3 5G) V.l.n.r.: Einsteiger (Oppo A16), Mittelklasse (OnePlus Nord 2 5G), Oberklasse (iPhone 12) und Foldable (Galaxy Z Fold 3 5G)
Fotos: OPPO/OnePlus/Apple/Samsung, Montage: vyus.de
Ja, es gibt noch vergleichs­weise güns­tige Handys, sogar für unter 100 Euro. Zur Kate­gori­sie­rung von Einsteiger-Smart­phones gehen wir hoch bis etwa 250 Euro. Für das "High-End"-Modell dieser Preis­klasse darf man schon einiges erwarten. Das liegt daran, dass sich viele Hersteller seit einiger Zeit gegen­seitig darin über­bieten wollen, Smart­phones so günstig wie möglich voll­gestopft mit Features anzu­bieten, die sonst nur bei deut­lich teureren Modellen zu finden sind.

Viele Features auf den Daten­blät­tern sind dann ähnlich zu denen, die auch bei 1000-Euro-Geräten zu finden sind. Das macht die Qual der Wahl aller­dings nicht gerade besser, im Gegen­teil: So ist es noch verwir­render, warum jetzt das vermeint­liche Einsteiger-Modell die glei­chen Eigen­schaften hat wie das doch als abso­lute Premium-Klasse verkaufte Modell.

Letzt­lich ist es unterm Strich aber ganz leicht: Wer mehr will, also mehr Spie­lereien, mehr Zusatz­fea­tures, der zahlt auch mehr. Die heutigen Einsteiger-Smart­phones sind aber so gut, dass man in der Regel keine bösen Über­raschungen mehr erlebt. Auch die Smart­phones für unter 250 Euro leisten bei den Stan­dards wie Messa­ging, Tele­fonie, Surfen und Social-Media gute Arbeit. Wer ein Smart­phone eben für das Alltäg­liche sucht, der kann sein Budget schonen und muss nicht so tief in die Tasche greifen.

Also: Mehr kostet mehr Geld. Richtig. Auch wenn die Einsteiger-Geräte oftmals mit einer Top-Kamera werben, so ist gerade die Smart­phone-Foto­grafie ein gutes Ausstat­tungs­merkmal, um güns­tigere von teureren Smart­phone-Modellen zu unter­scheiden. Denn die Kamera-Leis­tung der Flagg­schiffe mit Flagg­schiff-Preisen ist in der Regel besser. Bei guten Licht­ver­hält­nissen haben aber mitt­ler­weile die wenigsten Smart­phones noch Probleme. Für Schnapp­schüsse in diesen Situa­tionen reichen meist auch Einsteiger-Kameras. Die Viel­sei­tig­keit, die in hohen Zoom­stufen, Sensoren mit hoher Auflö­sung und noch einer Linse mehr für Anwen­dungs­fall XY zu finden ist, steigt meist mit dem Preis.

Mittel­klasse-Smart­phones

Smart­phones der Mittel­klasse ordnen wir preis­lich bei bis 500 Euro ein. Diese haben nochmal mehr zu bieten als die Einsteiger-Modelle: Schnel­lere Prozes­soren, bessere Kame­raaus­stat­tung - oftmals mit Sensoren, die mit 48 oder 64 Mega­pixel auflösen. Was nun nicht heißen muss, dass die Kame­raleis­tung auto­matisch top ist. Auch hier gibt es schwarze Schafe, die nur mit tollen Daten­blät­tern schießen, am Ende aber nur Durch­schnitt liefern.

Schnelles Aufladen des Akkus ist auch in der Mittel­klasse ein immer wich­tigeres Thema. Hier versu­chen die Hersteller, mit 30 W und teil­weise sogar mit 65 W zu bril­lieren. Mit einem Mittel­klasse-Smart­phone dürften die meisten Nutzer ganz gut zurecht kommen. Hier verrin­gert sich die Spanne zwischen den "echten" High-End-Modellen zuneh­mend. Kompro­misse sind hinzu­nehmen, für viele Praxis­fälle dürfte das aber mehr als in Ordnung gehen.

Smart­phones der oberen Mittel­klasse

Die obere Mittel­klasse macht den Abstand zur Ober­klasse noch kleiner. Hier hat man bei Preisen bis zu 750 Euro eigent­lich schon mehr Premium als Mittel­klasse in der Hand. Das liegt auch an teil­weise den glei­chen High-End-Prozes­soren, die auch bei noch teureren Smart­phones zu finden sind.

Hinzu kommen Zusatz­fea­tures, die es dann in der normalen Mittel­klasse nicht mehr unbe­dingt gibt. Das ist aber nicht zwin­gend anhand der Daten auf dem Papier zu unter­scheiden, erfah­rungs­gemäß steigt hier aber nochmal die Kame­raleis­tung in der Praxis.

Ober­klasse-Smart­phones

Bei Top-Smart­phones gehen die Preise schon mal bis weit über 1000 Euro, beispiels­weise bei Apples iPhones und Samsungs S-Klasse. Bei so teuren Smart­phones darf man aktu­ellste Technik und High End erwarten. Eine Garantie, dass diese Modelle gleich­zeitig aber auch die besten Bilder machen, die besten Bench­marks haben, die längste Akku­lauf­zeit vorweisen, gibt es aber nicht. Es ist viel­mehr das Gesamt­bild, das in sämt­lichen Facetten des Geräts auf Details geachtet wird, die es bei güns­tigeren Modellen nicht gibt.

Ein Smart­phone, das so teuer ist, darf sich eigent­lich keine Patzer erlauben. Die Hersteller versu­chen daher, im Bereich der Smart­phone-Foto­grafie insbe­son­dere mit tollen Aufnahmen bei schlechtem Licht zu punkten. Aber nebenbei: Das versu­chen auch die Mittel­klässler und auch da werden die Aufnahmen durch KI-Kompe­tenz und Co. immer besser.

Fold­ables: Falt­bare Smart­phones

In der Ober­klasse sind auch Fold­ables ange­sie­delt. Das Beson­dere an den Modellen sind die falt­baren Displays. Domi­nie­rend in dem Markt ist Samsung. Der Preis für das teuerste Modell liegt bei rund 1900 Euro - alles andere als ein Schnäpp­chen. Ein Foldable von Huawei kostete sogar 2500 Euro.

Was man nicht unter­schätzen darf, ist der Support. Wenn sich ein Hersteller jahre­lang um seine Modelle kümmert, dann kostet das Zeit und Geld. Das ist letzt­lich im Kauf­preis schon mit berück­sich­tigt. Hier haben güns­tigere Modelle oft das Nach­sehen.

5G-Smart­phones

Smart­phones ohne 5G-Unter­stüt­zung sind immer weniger ein Thema. Modelle mit entspre­chendem 5G-Modem gibt es schon in der Einsteiger-Klasse. Selbst wer noch keinen Vertrag mit 5G-Frei­schal­tung hat, ist jeden­falls mit einem passenden Modell auf der sicheren Seite, falls künftig doch mal ein Tarifum­stieg erfolgen soll.

Weitere Infor­mationen zum Thema Smart­phone-Kauf lesen Sie in unserem ausführ­lichen Ratgeber.

Preis­ver­fall und Update-Politik

Der Preis­ver­fall von Smart­phones ist ein großes Thema. Erfah­rungs­gemäß regu­liert der Markt die Preise recht schnell. So ist es gut möglich, dass gerade Premium-Smart­phones kurze Zeit nach dem offi­ziellen Markt­start für einige hundert Euro güns­tiger zu bekommen sind. Es kann sich also lohnen, noch etwas zu warten, statt direkt nach dem Release zuzu­greifen.

Dies­bezüg­lich ist aber auch der Blick auf Vorgänger inter­essant, denn die fallen oftmals dann noch weiter im Preis. Und bei Modellen, die eine gute Update-Prognose haben, kann sich der Kauf beispiels­weise auch nach einem Jahr auf dem Markt noch lohnen.

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