Führend?

Tim Höttges: „Jeder soll FTTH bekommen“

Mit künst­licher Intel­ligenz wurde das unvoll­endete Werk von Ludwig van Beet­hoven mit Hilfe der Deut­schen Telekom voll­endet. Bis 2030 sollen alle Deut­schen einen Glas­faser­anschluss haben können.

AI (Artificial Intelligence = Künstliche Intelligenz KI) hat ein unvollendetes Werk von Beethoven mit Hilfe der Telekom fertig gestellt AI (Artificial Intelligence = Künstliche Intelligenz KI) hat ein unvollendetes Werk von Beethoven mit Hilfe der Telekom fertig gestellt
Foto: Deutsche Telekom
Ihren Anspruch als führendes Tech­nologie- und Infra­struk­tur­unter­nehmen hat die Telekom am Wochen­ende in Bonn unter­mauert. Aus Anlass des 250. Geburts­tages des Kompo­nisten von Ludwig van Beet­hoven im letzten Jahr wurde mittels KI (künst­liche Intel­ligenz, englisch AI = Arti­ficial Intel­ligence) aus dem Skizzen und Notizen die unvoll­endete 10. Symphonie des Meis­ters in einem aufwen­digen Verfahren unter Mithilfe von Fach­leuten fertig gestellt.

Der Ergebnis wurde am Wochen­ende vom Beet­hoven-Orchester vor zahl­rei­chen promi­nenten Gästen in Bonn erst­malig urauf­geführt. Die Reso­nanz der Fach­welt reicht von Begeis­terung bis hin zu Kritik gemischt mit grund­sätz­lichen Bedenken, ob künst­liche Intel­ligenz "unsere Geschwister in der Zukunft" sind oder eher eine Bedro­hung darstellen könnte.

Vorfahrt für Glas­faser

AI (Artificial Intelligence = Künstliche Intelligenz KI) hat ein unvollendetes Werk von Beethoven mit Hilfe der Telekom fertig gestellt AI (Artificial Intelligence = Künstliche Intelligenz KI) hat ein unvollendetes Werk von Beethoven mit Hilfe der Telekom fertig gestellt
Foto: Deutsche Telekom
An anderer Stelle forderte der Vorstands­vor­sit­zende der Deut­schen Telekom AG, Tim Höttges, „Vorfahrt für Glas­faser“ und verwies darauf, dass sein Unter­nehmen bis 2010 insge­samt zehn Millionen Haus­halte mit FTTH versorgen werde. Das Ziel bleibe natür­lich die flächen­deckende Versor­gung bis 2030, denn: "Jeder soll FTTH bekommen" Aber Höttges ist realis­tisch: "Der Groß­teil von uns, ein Teil von den Wett­bewer­bern“. Und weiter: „Wir hoffen, dass sich die Bedin­gungen für den Ausbau weiter verbes­sern. Dazu zählen zum Beispiel schnelle Geneh­migungs­ver­fahren und die Zulas­sung moderner Verle­getechnik (gemeint ist z.B. Tren­ching).“

Rahmen­bedin­gungen verbes­sert

„Mit unserem Ausbau von FTTH bauen wir, was Kunden und Gesell­schaft zurecht von uns erwarten“; bekräf­tigte Höttges bereits früher gemachte Aussagen. „Wir haben in den vergan­genen Jahren dafür gekämpft, die Rahmen­bedin­gungen für den Ausbau zu verbes­sern, damit wir jetzt noch mehr Tempo machen können. Kein anderes Unter­nehmen baut schon heute und wird vor allem in Zukunft so viel Glas­faser bauen, wie die Deut­sche Telekom.“

Wichtig sei nun, auch die Kunden zu über­zeugen, auf die modernste Technik zu setzen. Insge­samt stehe Deutsch­land vor der Heraus­for­derung, sich in den kommenden Jahren weiter zu digi­tali­sieren. Infra­struktur sei ein beson­ders wich­tiger, aber nicht der einzige Aspekt, sagte Höttges. Zum Beispiel seien Länder wie Estland beim Thema „digi­tale Verwal­tung“ weiter als Deutsch­land. Hier gelte es aufzu­holen.

Estland hat "nur" 80 MBit/s - Deutsch­land 130 MBit/s

Aktu­ellen Geschwin­dig­keits­test zufolge liegt die durch­schnitt­liche Down­load­geschwin­dig­keit im Fest­netz z.B. im digital weit fort­geschrit­tenen Land Estland bei rund 80 MBit/Sekunde. In Deutsch­land sind es 130 MBit/Sekunde. „Es kommt jetzt darauf an, dass wir sowohl die modernste Zugangs­technik schaffen und gleich­zeitig den Staat als Anbieter und Nach­frager digi­taler Dienste posi­tio­nieren. Das unter­stützt den Ausbau und die hohen Inves­titionen der Netz­betreiber.“

Bereits 430.000 Anschlüsse möglich

Im laufenden Jahr habe die Telekom im Fest­netz 430.000 giga­bit­fähige Glas­faser-Anschlüsse (FTTH, Fiber to the home) ermög­licht und dafür über 30.000 Kilo­meter Glas­faser verlegt. Allein im Juli seien es über 85.000 Anschlüsse gewesen. Damit liege das Unter­nehmen voll im Plan. Das Ziel für das Gesamt­jahr 2021 blieben 1,2 Millionen Glas­faser-Anschlüsse.

Mobil­funk weiter mit schnellem 5G ausbauen

Im Mobil­funk­netz der Telekom funken jetzt insge­samt 55.000 Antennen mit 5G, rechnet Höttges vor, was in etwa 18.000 5G-fähigen Basis­sta­tionen entspricht. Damit können bereits 85 Prozent der Bürge­rinnen und Bürger den neuen Mobil­funk­stan­dard nutzen, sofern sie ein passendes Endgerät und eine für 5G frei­geschal­tete SIM-Karte im Netz der Telekom besitzen.

Bis Jahres­ende will die Telekom die 90 Prozent-Marke über­schreiten. 5G auf dem "ultra­schnellen" 3,6-GHz-Frequenz­band (n78) sei jetzt in mehr als 60 Städten verfügbar. Über 2.400 Antennen an insge­samt rund 800 Stand­orten sorgten dafür, dass immer mehr Menschen "High­speed 5G" nutzen könnten. Mit einem passenden Endgerät und bei idealer Funk-Versor­gung sind hier Geschwin­dig­keiten von 1300 MBit/s im Down­load möglich (getestet in Berlin mit einem iPhone 12 Mini im Netz der Telekom).

Glas­faser mit Stol­per­steinen

Doch es gibt auch Stol­per­steine. Der Konkur­rent Voda­fone hatte gegen die Geneh­migung des Bundes­kar­tell­amtes geklagt und gewonnen, dass Telekom und EWE gemeinsam das Unter­nehmen Glas­faser Nord­west betreiben und Glas­faser ausbauen dürfen. Indi­rekter Auslöser der Klage sollen dem Vernehmen nach der Versuch der Stadt­werke Emsdetten gewesen sein, bei Nord­west eine Glas­faser mitnutzen zu können. Die Verhand­lungen hatten sich ergeb­nislos hinge­zogen.

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