Welchen Herausforderungen begegnen zukünftige CEOs? Dylan Gillis auf Unsplash
  • Kai Paul

Welchen Herausforderungen begegnen zukünftige CEOs?

Als Leiter einer Firma haben Führungskräfte vor allem die Übersicht zu wahren. Im täglichen Geschäft geht es darum, Mitarbeiter zu motivieren und kreative Lösungen für Probleme zu finden, ohne dabei das Tagesgeschäft aus den Augen zu verlieren und den Umsatz zu optimieren. Dabei spielt es vordergründig zwar keine Rolle, ob der CEO der Eigner eines Unternehmens ist oder nicht, jedoch wiegt das Gewicht auf den Schultern des Firmeninhabers ungleich schwerer als auf denen eines Angestellten.

Wo können heutige und zukünftige CEOs ihre Kompetenz erlernen? Gibt es spezielle CEO-Schmieden? Ist der Besuch einer der besten Universitäten der Welt ein Garant für einen guten CEO? Weniger eine Garantie, denn eine solide Voraussetzung bildet die Ausbildung an einer solchen Hochschule. Die mehrjährige Berufserfahrung, die auf die Ausbildungsjahre folgt ist nicht geringer zu schätzen. So kommt es auch, dass der CEO eines Unternehmens im Durchschnitt 56 Jahre alt ist: es gehört Lebenserfahrung dazu eine Firma zu leiten.

CEO früher und heute

Während ein Chief Executive Officer vor 10 Jahren seine Mitarbeiter hauptsächlich aus einem Kulturkreis und lokal rekrutieren konnte, so ist seit der Pandemie das Arbeiten mit Freelancern quasi zum Muss geworden. Die Mitarbeiterführung hat sich dadurch komplett verändert. Work-Life-Balance wird heute von den remote arbeitenden Freiberuflern ins Unternehmen hinein getragen und nicht mehr von der Führungsriege großzügig ermöglicht. Die Arbeit mit einem Freiberufler erfordert eine völlig andere Kommunikation als die mit einem Angestellten. Nicht nur ist die Geisteshaltung eines Freiberuflers der des Angestellten entgegengesetzt, sondern auch die Arbeitseinstellung ist eine andere. Dadurch bedingt lassen sich Freiberufler und Angestellte auch nicht auf die gleiche Weise motivieren, noch haben sie den gleichen Anspruch an die Kommunikationsfähigkeit ihrer Vorgesetzten. Während es für den Angestellten absolut in Ordnung ist ein Befehlsempfänger zu sein, der genau darüber informiert sein möchte, was seine Aufgabe im Unternehmen ist, hat der Freiberufler einen anderen Anspruch an seine Auftraggeber. Er möchte in Prozesse eingebunden werden, um seine volle Kompetenz zu entfalten. Durch die Öffnung eines Unternehmens für die Zusammenarbeit mit Fachkräften aus verschiedenen Kulturkreisen, die außerdem auch auf verschiedenen Kontinenten verteilt sind, entsteht eine Multikulti-Bürokultur. Hier kommen dem CEO Jahre an einer Hochschule im Ausland und/oder Arbeitserfahrung im Ausland zugute. Die besten Universitäten für Top-CEOs sind der Einschätzung von Preply zufolge die Harvard University in den USA, die Ecole Centrale de Paris in Frankreich und die University of Pennsylvania in den USA.

Welchen Einfluss hat die zunehmende Digitalisierung auf den Führungsstil eines CEOs?

Die zunehmende Digitalisierung von Unternehmen ist ein weiterer Aspekt, der eine neue Art CEO erfordert. Fast jede Firma ist digital - auch, wenn es sich nur um den Auftritt im Internet handelt. Wo früher nur Firmen, die online Business betreiben wollten, einen Internet-Auftritt hatten, ist heute der Bäcker von nebenan mit seinem Angebot online präsent, denn der Kunde läuft nicht mehr durch die Straßen und orientiert sich real, sondern informiert sich zunächst virtuell. Die Gesundheitskrise hat gezeigt, dass es nicht erforderlich ist, dass Menschen an einem Ort zusammen arbeiten. Das Mehr an digitaler Kommunikation muss durch die Firmenleitung in vernünftige Bahnen gelenkt und gesplittet werden, so dass der Einzelne nicht in einer Flut von E-Mails und Meetings ertrinkt. Information muss auf das Nötigste heruntergebrochen werden und dennoch präzise sein, was eine große Herausforderung an heutige Unternehmen und somit auch an deren CEOs darstellt.

Vor allem scheint es wichtig zu sein, dass ein CEO die Balance zwischen Führungs- und Kommunikationskompetenz findet. Diese scheinbar gegensätzlichen Eigenschaften lassen sich nur vereinen, wenn ein Chief Executive Officer eine gewisse Reife und wenig Selbstdarstellungsbedürfnis hat. Kann man so etwas an einer Universität lernen? Auch in den besten Universitäten geht es hauptsächlich um die Vermittlung von Wissen, welches natürlich eine Grundvoraussetzung hinsichtlich der betriebswirtschaftlichen Kompetenz eines CEOs ist. Quasi nebenbei erlernen zukünftige Führungskräfte die Kunst zu kommunizieren. Des Weiteren sind es charakterliche Grundzüge, die einen Menschen zum Vorgesetzten machen oder nicht. Wer nicht über Weitsicht, Organisationstalent, Struktur und laterales Denken verfügt, dem helfen herausragende Zertifikate auch nicht. Mut zur Fehlentscheidung und Menschlichkeit, Mitgefühl ohne Mitleid und natürliche Autorität sind entscheidende Merkmale einer guten Führungspersönlichkeit.

Fazit

Die Meinungen innerhalb der Bevölkerung eines Landes weichen stark voneinander ab, wenn es darum geht, ob ein CEO eine klare Ansicht zu gesellschaftspolitischen Themen vertreten soll. Wie entscheidend ist das politische Klima für die Entwicklung eines Unternehmens? Dies ist auf gar keinen Fall unterzubewerten, wenn man in Zukunft erfolgreich sein möchte.

Jede Krise birgt die Chance auf Wachstum. Dies zu erkennen und dann in die richtige Richtung zu lenken, ist die Aufgabe eines CEOs. Kreativität und Teamfähigkeit gehen hierfür Hand in Hand, wo früher die Führungskompetenz an erster Stelle stand

Nicht außer Acht lassen kann man bei alldem die menschliche Kompetenz eines CEOs. Neben all den unternehmensrelevanten Entscheidungen darf ein CEO nicht vergessen, dass das wichtigste Potential einer Firma die Mitarbeiter sind, die letztendlich die Arbeit erledigen. Mitarbeiter sind Menschen. Menschen mit einem Leben außerhalb der Arbeit, welches manchmal Kapriolen schlägt. Ein CEO, der in Zeiten einer Krise den Mitarbeitern verständnisvoll begegnet ohne sich auf der Nase herumtanzen zu lassen, wird erfolgreich sein, denn er hat die Loyalität der Belegschaft. Charisma und Lebenserfahrung, Menschenliebe und Verständnis - diese ‘weichen’ Qualitäten sind die Stärken echter Führungspersonen. Hier unterscheidet sich der Zahlen orientierte CEO der Vergangenheit vom Firmenleiter der Zukunft am deutlichsten.

 
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